Kreta- die größte und vielfältigste unter den Griechen

Vielfalt, Schönheit, Abwechslung : Kreta !

Es ist jetzt mein drittes Mal auf Kreta und ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert von dieser Vielfalt und Abwechslung, die Griechenlands größte Inseln zu bieten hat.

Ehrlich gesagt, ist eine Woche auf Kreta auch leider immer viel zu kurz. Diesmal haben wir uns den Westen fest vorgenommen, nachdem wir uns  vor zwei Jahren Knossos,  die Lassithi Hochebene und die Badeorte im Osten angeschaut haben.

 

Schöner Westen

Der Westen ist einfach traumhaft schön! Zwischen Wanderungen durch atemberaubende Schluchten und Besuchen von kleinen Bergdörfern, findet man immer wieder tolle Strände, die jetzt in der absoluten Vorsaison, menschenleer sind. Für Hartgesottene ist es ein absolutes Muss ein erfrischendes Bad im Meer  zu wagen. Auch wenn das anfang April noch recht kühl ist.

Nach knapp 3 Stunden Flug von Deutschland landen wir in Heraklion. Der Flughafen ist zwar ein wenig sanierungsbedürftig und im Hochsommer herrschen hier auch leider immer etwas chaotische Verhältnisse, aber Heraklion hat die preiswerteren Flugverbindungen.  Chanias Flughafen, wäre für den Westen Kreatas besser geeignet, ist aber meistens ein wenig teurer.

Wir haben aber einen Mietwagen und nehmen die 1,5 Stunden Autofahrt gerne in Kauf. Die Autobahn ist in einem relativ guten Zustand aber eher eine Schnellstraße, als eine Autobahn, wie wir sie in Deutschland kennen. Wird man überholt, weicht man auf den Standstreifen aus. Eigentlich passt man sich sehr schnell dem Fahrstil der Einheimischen an. Ein bisschen aufpassen sollte man schon, weil die Straßen mit Blitzanlagen übersät sind. Zum Glück werden die „Blitzer“ meistens angekündigt. Meistens  muss ich etwas rätseln, welches Tempo gerade erlaubt ist, denn leider sind fast alle Straßenschilder  von Sträuchern zugewachsen.

Bezauberndes Rethymnon

Für unsere Rundtouren haben wir uns als Standort Rethimno ausgesucht und übernachten im Sentido Aegean Pearl. Neben seinem Schwesternhotel Sentido Pearl Beach ist es eins der wenigen Hotels, das Anfang April schon geöffnet hat. Die eigentliche Saison für die griechischen Inseln beginnt erst im Mai.

Das Sentido Pearl Beach hat einen super Service. Für mich ist es etwas zu verwinkelt und man sollte auf eine gute Zimmerlage achten, sonst könnte es passieren, dass  man auf den Parkplatz guckt. Die beiden Hotels bestechen durch die erstklassige Lage zum Strand. Für empfindliche Füße empfehle ich Badeschuhe für  den Strand und das Wasser. Der Strand heizt sich ziemlich auf und im Wasser sind doch kleine Kieselsteine. Die Wasserqualität ist rund um top!

Von unserem Hotel aus kann man gemütlich in Richtung Altstadt Rethimno spazieren, ab dem Hafen gibt es sogar eine kleine Strandpromenade, von dort aus kann man dann durch jede kleine Gasse schlendern und die gibt es zahlreich. Gemütliche Restaurants und viele schöne Läden mit Schmuck, Lederwaren oder Olivenöl laden zum Shoppen ein.

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen der Erkundung, der schönen Hafenstadt  Chania . Hier reicht aber durchaus die Altstadt von Chania die von der historischen Markthalle bis hin zum venezianischen Hafen auch wieder mit vielen kleinen Gassen punktet. Natürlich kann man auch in Chania nach Herzenslust shoppen, hier dominiert ein Ledergeschäft nach dem anderen.

Wir machen erst enmal eine lange Pause am Hafen. Dadurch dass er ziemlich verschlickt ist, können keine großen Schiffe ankern, so hat man einen tollen entspannten Blick auf die Häuser und den Leuchtturm, der stolz am Ende des Hafenbeckens thront. Der kleine Hunger zwischendurch  meldet sich und wir suchen uns ein gemütliches Restaurant, bevor wir dann langsam die Heimfahrt Richtung Rethimno antreten.

Wir fahren immer in Begleitung der „weissen Berge“, die teilweise noch schneebedeckt sind. Einfach herrlich, diese imposante Kulisse. Am Abend trinken wir noch einen guten kretanischen Rotwein und lassen die tollen Eindrücke nochmal Revue passieren.

Die Samariaschlucht

Fest vorgenommen hatte ich mir dieses Mal eine Durchwanderung der Samaria-Schlucht. Leider beginnt aber auch für die Schlucht die Saison tatsächlich erst ab Mai. Vorher ist es durch Steinschläge zu gefährlich sie zu betreten.  Kreta ist übersät mit traumhaften Schluchten, die es mit der wohl bekanntesten, der Samaria-Schlucht,  allemal aufnehmen können. Einen großen Vorteil haben sie außerdem: sie sind nicht so überlaufen.

Wir entscheiden uns für die Irini-Schlucht, sie ist ganzjährig geöffnet und nur halb so lang wie Ihre große Schwester. Um zur Schlucht zu gelangen, fahren wir nach einem gemütlichen Frühstück, am nächsten Morgen wieder Richtung Chania. Unser Einstiegsort ist das kleine Dorf Agia Irini, was an der Straße von Chania nach Sougia im Südwesten liegt. Dort brechen wir auf  in unser erstes Schlucht-Abenteuer und wir werden nicht enttäuscht.

Anfangs begleitet uns noch ein kleiner Fluss, der vermutlich in den Wintermonaten oder bei heftigen Niederschlägen etwas mehr Wasser bei sich führt. Danach muss er irgendwie unterirdisch weiterlaufen. Die Wanderung ist ungefähr 7,5km lang und der Abstieg beträgt ca. 500 Höhenmeter.  Da wir ja wieder den Weg zurück nach Rethimno fahren müssen, schaffen wir die Schlucht leider nur halb. Wissend, dass wir noch ca. 120km Landstrasse/Autobahn vor uns liegen, drehen wir bereuts am späten Nachmittag wieder um.

Aber das was wir gesehen haben, ist beeindruckend. Der größte Teil der Schlucht liegt im Schatten von vielen Kiefern, Platanen und Oleanderbüschen, sodass man sie gut auch an heissen Tagen durchwandern kann. Vor einem bauen sich immer wieder die Felswände auf und mit etwas Glück kann man sogar Geier am Himmel kreisen sehen. Keine Angst die warten nicht auf uns.

Die 2.-€ Eintritt sind sehr gut angelegt, von den Einnahmen werden der Abfall eingesammelt und generell die Schlucht in Ordnung gehalten, denn auch hier gibt es leider immer wieder ein paar schwarze Schafe, die ihren Müll achtlos der Natur überlassen.

Kultur und Entspannung

Unsere letzten Tage wollen wir mit eine Kombination aus Kultur und Strand verbringen. Das erste Ziel ist Matala, ein ehemaliges Fischerdorf an der Südspitze. In den 60er und 70er Jahren war Matala der bekannteste Hippie-Ort auf Kreta. Übriggeblieben sind die bekannten Höhlen, in denen die Blumenkinder gelebt haben.

Die Atmosphäre dieser Zeit ist heute noch überall spürbar. Im kleinen Ortszentrum von Matala sind viele kleine Lebensmittelläden, zahlreiche Tavernen, Souvenirgeschäfte und natürlich darf die kleine Dorfkirche  nicht fehlen. Der Strand von Matala ist gut geeignet für Familien mit kleinen Kindern, weil zu beiden Seiten die Felswände weit ins Meer reichen, hier ist das Wasser stets besonders ruhig! Ich möchte mir aber lieber den etwa 3km entfernten Komo Beach anschauen und vielleicht auch mein erstes Bad im Meer wagen.

Es ist ein Traum von feinem Sandstrand über 2km lang und bestimmt teilweise 40m breit. Ich wage es und gehe schwimmen. Es ist zwar noch recht frisch aber das Wasser ist super klar, einfach herrlich.

Dann steht das Nationalheiligtum der Insel an. Das Kloster Arkadi wurde während des kretischen Aufstandes von 1866 gegen die Türken in der ganzen Welt bekannt und zum Symbol für Freiheit, Selbstaufopferung und Heldentum erhoben. Dort sprengten sich 900 Christen selbst in die Luft, um der Gefangenschaft durch die Türken zu entgehen.

Auf unserem Rückweg zurück zum Hotel machen wir noch einen Abstecher zum Potamon Stausee, die Straße dorthin ist stellenweise fest in den Händen der Natur. Immer wieder ist der Asphalt aufgerissen und Gras und Sträucher bahnen sich ihren Weg zum Licht. Bekannt wurde dieser Stausee 2014, weil dort sich für ein paar Monate das Krokodil „Sifis“ aufhielt. Vermutlich überlebte die Echse den schweren Winter nicht. Alle Versuche, „Sifis“ mit Hilfe toter Hühner in eine Käfigfalle zu locken, waren fehlgeschlagen.

Ende in Sicht

Unser Urlaub neigt sich leider langsam dem Ende, ich möchte aber unbedingt noch einmal ins Meer und wir brechen, an unserem vorletzten Tag Richtung Westen auf. Falasarna Beach ist das Ziel und auch hier erwartet uns ein Traum von Strand. Blautürkises, flaches Wasser znd der feine Sand schimmert teilweise rosa. Es ist menschenleer. Pensionen und Tavernen sind im Hinterland und alles ist noch richtig naturbelassen.  Ich möchte gar nicht wieder weg.

Leider muss ich aber Koffer packen, denn am nächsten Morgen bringt uns der Flieger wieder zurück nach „Old Germany“.

Eins ist aber sicher: Kreta wir kommen wieder, versprochen!

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